Historisches

Prof. Dr. Traugott Lindner. DER Pionier der europäischen Gruppendynamik

Anlässlich seines 90. Geburtstags (18. März 1923 – 26. Februar 2013)

Wien (OTS) – Traugott Lindner bildete in den 1950er Jahren die wirksamste Brücke vom NTL (National Training Laboratories Institutefor Applied Behavioral Science, USA) nach Europa. Viele Jahre hindurch wirkte er als der entscheidende Motor innerhalb des europäischen Netzwerkes der EIT (European Institute of Transnational Studies) um die Verankerung der Gruppendynamik als geradezu paradigmatische Ausprägung angewandter Sozialwissenschaften in Theorie und Praxis voranzutreiben.

Lindner hat Anfang der 70er Jahre die Professionalisierung des deutschsprachigen Nachwuchses an GruppendynamiktrainerInnen mit großer Resonanz vorangetrieben. Aus diesem Kreis von gesellschaftlich reformbegeisterten Jung-Gruppendynamikern erwuchs 1973 die Initiative zur Gründung der ÖGGO (Österreichische Gesellschaft fürGruppendynamik und Organsationsberatung). Er wirkte vorbildhaft durch seine nie erlahmende Neugierde und Offenheit für experimentelle Neuerungen, durch sein konsequentes Fördern internationaler Vernetzung, durch den kreativen Einbau des Gruppendynamik-Repertoires in die Praxis organisationaler Veränderungsprozesse und nicht zuletzt durch sein unermüdliches Stimulieren von GD-bezogenen Forschungsanstrengungen. Besonders war die unglaubliche, überJahrzehnte kraftvoll anhaltende Wirkung seiner außergewöhnlichen Persönlichkeit, an der so viele in unterschiedlicher Intensität eines gemeinsamen Weges, teilhaben durften.

All das, was mit seiner Hilfe wachsen konnte, wird seinen Tod überdauern und wird dabei helfen, gruppendynamische Settings als „Proberäume“ für Weltveränderung zeitgemäß weiterzuentwickeln. Die daraus resultierenden Erfahrungen werden weiterhin in Organisationen und in transorganisationalen Zusammenhängen eingebracht, national und international als klarer roter Faden, vom Pionier Lindner zur Zukunft der Professionsgemeinschaft ÖGGO.

Prof. Dr. Rudolf Wimmer und der Vorstand der ÖGGO, März 2013