Geschichte

Gegründet wurde die Gesellschaft 1973 von Leo Bernardis, Peter Bruck, Ralph Grossmann, Jakob Huber, Fredl Janes, Ludwig Nagel, Otto Nigsch, Helmut Stockhammer, Richard Timel und Rudi Wimmer, die zu dieser Zeit bei der EIT (European Institute for Trans-National Studies in Group and Organizational Development) in Ausbildung standen. Zum einen ging es damals um eine Regionalisierung und Verbreitung praktischer Ausbildung, zum anderen verfolgten die Gründer die Ambition, Gruppendynamik in der universitären Forschung und Lehre zu verankern. In den Anfängen der ÖGGO wurde an der neu gegründeten Universität Klagenfurt ein eigenes Studienfach für Gruppendynamik eingerichtet, das damals vom Institut für Philosophie aus organisiert wurde und an der für Gruppendynamik Habilitierte forschten und lehrten. Mittlerweile hat sich die Gruppendynamik an mehreren Universitäten etabliert, an der Mitglieder unserer Gesellschaft aktiv tätig sind.

 

Prof. Dr. Traugott Lindner (18.03.1923 – 26.02.2013). DER Pionier der europäischen Gruppendynamik

Anlässlich seines 90. Geburtstags

Wien (OTS) – Traugott Lindner bildete in den 1950er Jahren die wirksamste Brücke vom NTL (National Training Laboratories Institutefor Applied Behavioral Science, USA) nach Europa. Viele Jahre hindurch wirkte er als der entscheidende Motor innerhalb des europäischen Netzwerkes der EIT (European Institute of Transnational Studies) um die Verankerung der Gruppendynamik als geradezu paradigmatische Ausprägung angewandter Sozialwissenschaften in Theorie und Praxis voranzutreiben.

Lindner hat Anfang der 70er Jahre die Professionalisierung des deutschsprachigen Nachwuchses an GruppendynamiktrainerInnen mit großer Resonanz vorangetrieben. Aus diesem Kreis von gesellschaftlich reformbegeisterten Jung-Gruppendynamikern erwuchs 1973 die Initiative zur Gründung der ÖGGO (Österreichische Gesellschaft fürGruppendynamik und Organsationsberatung). Er wirkte vorbildhaft durch seine nie erlahmende Neugierde und Offenheit für experimentelle Neuerungen, durch sein konsequentes Fördern internationaler Vernetzung, durch den kreativen Einbau des Gruppendynamik-Repertoires in die Praxis organisationaler Veränderungsprozesse und nicht zuletzt durch sein unermüdliches Stimulieren von GD-bezogenen Forschungsanstrengungen. Besonders war die unglaubliche, überJahrzehnte kraftvoll anhaltende Wirkung seiner außergewöhnlichen Persönlichkeit, an der so viele in unterschiedlicher Intensität eines gemeinsamen Weges, teilhaben durften.

All das, was mit seiner Hilfe wachsen konnte, wird seinen Tod überdauern und wird dabei helfen, gruppendynamische Settings als “Proberäume” für Weltveränderung zeitgemäß weiterzuentwickeln. Die daraus resultierenden Erfahrungen werden weiterhin in Organisationen und in transorganisationalen Zusammenhängen eingebracht, national und international als klarer roter Faden, vom Pionier Lindner zur Zukunft der Professionsgemeinschaft ÖGGO.

Prof. Dr. Rudolf Wimmer und der Vorstand der ÖGGO, März 2013